Berliner Papyrussammlung

Ansprechpartner
Dr. Verena Lepper (ägypt. Abt.)
Dr. Fabian Reiter (griech.-lat. Abt.)

Adresse
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Geschwister-Scholl-Str. 6
10117 Berlin
Deutschland
Tel. +49 (0) 30 266 425001
aemp@smb.spk-berlin.de

Internetauftritt
Datenbank:
Berliner Papyrusdatenbank


“Trinklieder“ aus Elephantine
Kurzbeschreibung der Sammlung
Die Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin ist die bedeutendste Papyrussammlung in Deutschland und zählt weltweit zu den fünf größten Sammlungen ihrer Art. Sie umfaßt einige zehntausend mit Schrift versehene Papyri, 7000 Ostraka, über 1000 Pergamente, ca. 500 Papiere, gut 200 beschriebene und bemalte Textilien, über 100 Holz- und Wachstafeln, einige Lederhandschriften und -einbände und eine Bleitafel. Die Texte sind etwa zur Hälfte in griechischer, zur Hälfte in ägyptischer, aramäischer, hebräischer, syrischer, persischer, lateinischer und arabischer Sprache beschrieben. Zu den mit Schrift versehenen Stücken treten noch gut 100 Papyri und Ostraka mit Zeichnungen und Malereien hinzu.
Die Papyruserwerbungen der Berliner Sammlung stammen zum einen aus Grabungen des frühen 20. Jh.’s in Ägypten (Elephantine, Theadelphia, Tebtynis etc.), zum anderen aus Ankäufen und Schenkungen. Die Bedeutung der Sammlung beruht nicht nur auf ihrem Umfang, sondern auch auf dem Besitz wichtiger Einzelstücke und Archive. Für die altägyptische Literatur sind hier beispielhaft zwei Sinuhe-Handschriften, der „Lebensmüde“, der „Beredte Bauer“ und die Märchen des Papyrus Westcar. Im Bereich der griechischen Papyri seien für die Gattung der literarischen Texte die weltweit älteste erhaltene Buchrolle in griechischer Sprache, welche aus dem 4. Jh. v.Chr. stammt, und die musikalische Dichtung des Timotheos „Die Perser“ enthält, sowie ein großes Fragment der weitgehend verlorenen Komödie des Menander „Der Kitharaspieler“ genannt. Herausragende Bedeutung unter den dokumentarischen Stücken haben ein Ehevertrag aus dem Jahre 311 v.Chr., der die früheste datierte Urkunde griechischer Sprache überhaupt darstellt, eine Steuerbefreiung aus der Kanzlei der Kleopatra sowie die umfangreiche Papyrusrolle „Gnomon des Idios Logos“, die als Handbuch für die Tätigkeit eines hohen römischen Finanzbeamten diente. Unter den lateinischen Papyri ein Ausschnitt aus einer Senatsrede des Kaisers Claudius über Justizreformen sowie ein Fragment aus der Verteidigungsrede des Cicero für Gnaeus Plancius zu nennen.

Editionsreihen

Berliner Griechische Urkunden (BGU), bisher erschienen sind die Bände I–XIX, Berlin 1895–2005.

Berliner Klassikertexte (BKT), bisher erschienen sind die Bände I–X, Berlin 1904–2012.
HilfeDokumentationKontaktSitemapDisclaimerNutzerkennung: keine   |   Version 3.4   |   based on MyCoRe 2016.06